Meine Prinzessin macht gerne mit Schulgspänli ab, wenn sie Nachmittags frei hat. Sie sind immer nach Lust und Laune mal hier und mal bei dem Gspänli daheim. So auch letzten Freitag. Da ich noch mit meiner Stiefmama abgemacht hatte, kam es mir grad gelegen dass die Kleine bei dem Gspändli spielen durfte. So hab ich sie nach dem Zmittag gebracht und bin dann ab zum Stiefmami. Sie ist eine herzensgute, ich mag sie sehr und bin froh dass mein Papa so eine tolle Frau hat, denn auch er wird nicht jünger. Ich finde es schön die Eltern älter werden zu sehen und für sie da zu sein. Früher waren ja sie für uns da und so schliesst sich der Kreis.

Nun aber zurück zu meiner Prinzessin.. Als ich nach einer rasanten Fahrt endlich ankomme und an der Türe steh, werde ich herzlich vom Mami des Gspänlis begrüsst. Sie heisst mich willkommen und lädt mich zum Kaffi ein. Da meine Kaffeemaschine seit Wochen defekt ist, muss man mir das nicht 2 mal sagen. Sie sitze ich an den wunderschönen mega langen Holztisch im Esszimmer. Muss ehrlich gestehen ich bin etwas neidisch, denn ich finde so lange Tafeln genial. So sitzen wir am Tisch und nachdem ich zuerst mit der Kaffekapsel Wahl fast überfordert bin, fragt sie mich ob ich einen Pfannkuchen will. Äääähhhm, ich glaube jetzt habe ich Denkblasen über dem Kopf ? in denen ?Pancakes? und ?Crepes? steht. Sie läuft zum Chuchichästli und streckt mir eine Packung Berliner entgegen ?‍. Ahh jetzt isch de Füfer abe..

Man nennt sie Berliner, Pfannkuchen, Krapfen und Kräbbel. Gemeint ist ein rundes Gebäck aus Hefeteig, welches im Fett frittiert und mit Konfitüre gefüllt wird. Die Möglichkeiten der Füllungen sind fast Grenzenlos. Hauptsächlich werden sie mit Konfitüre gefüllt, aber auch Vanillecreme, Schoggi oder Eierlikör wird manchmal verwendet. Nebst der gezuckerten Variante gibt es ihn auch mit Zuckerglasur.

Wie der Name sagt wurden Berliner von einem Berliner Zuckerbäcker im Jahre 1756 erfunden, der unter Friedrich des Grossen dienen wollte und sich als wehruntauglich erwies. Er durfte aber als Feldbäcker beim Reiment bleiben. Zum Dank kreierte er die Berliner.

Heute finden wir Berliner fast überall.. So heissen sie in Belgien boules de Berlin und sind mit Vanillecreme gefüllt, in Bulgarien Ponitschki, da sind sie mit Vanillecreme oder Beeerenkonfi gefüllt und in Italien Bomboloni.

Das ich und meine Familie heikel ist ist ja bekannt und so isst mein Mann und der Junior jeden Berliner, die Kleine gar keine und ich mag die frischen am liebsten. Aus der einen Bäckerei im Dorf riechen sie nach Käsefladen und in der anderen nach altem Fett. So habe ich mir überlegt selber welche zu machen. Die Zutaten dazu hat fast jeder zu Hause.

Zutaten für ca 9 Stück:

1 Kaffeelöffel Trockenhefe

1 EL Zucker

1.5 dl lauwarme Milch

 

45 g Zucker

300 g Mehl

1 Prise Salz

2 Eidotter

50 g flüssige Butter

1/2 Liter Sonnenblumenöl zum ausbacken

Konfi zum befüllen

Zubereitung:

Die Milch mit Zucker und der Hefe vermischen und 10 Minuten quellen lassen

Das Mehl mit Salz und Zucker vermischen und die Butter, Eier und Milchmischung beigeben. Alles in der Küchenmaschine zu einem schönen Teig vermengen. Mit Klarsichtfolie bedecken und 1,5 h bei Raumtemperatur gehen lassen

Den Teig auf einer bemehlten Fläche auswallen und Kreise ausstechen.

Die Teiglinge nochmals etwa 30 Minuten mit einem Küchentuch bedeckt ruhen lassen.

Das Fett in einer Pfanne erhitzen und die Berliner darin beidseitig bei mittlerer Hitze ausbacken.

Sofort im Zucker wenden und auf einem Gitter auskühlen lassen.

Ich befülle sie mit einem Spritzbeutel und unseren Lieblingskonfitüren.

Und siehe da, sogar die Prinzessin hat plötzlich gerne Berliner.

 

 

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